Im regulären Markt schlossen die MEG-Preise am Vortag schwächer und verzeichneten einen volatilen Abwärtstrend. Die jüngste Marktdynamik war durch anhaltend schwache Angebots- und Nachfragegrundlagen gekennzeichnet. In Verbindung mit den anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten verfolgten die Marktteilnehmer eine vorsichtige, abwartende Strategie. Die MEG-Futures blieben den ganzen Tag über unter Druck und konsolidierten sich schwach, was zu einem leichten Rückgang der Spotpreise führte.
**Wichtigste Markttreiber**
**1. Kostenfaktoren:**
Geopolitische Spannungen haben die Rohölpreise deutlich ansteigen lassen und damit die Kosten für MEG gestützt. Die Befürchtung eines möglichen US-Militäreinsatzes im Nahen Osten hat die Sorge vor Versorgungsengpässen verstärkt. Infolgedessen sind die europäischen und US-amerikanischen Rohöl-Futures drei Handelstage in Folge gestiegen, wobei Brent-Rohöl die Marke von 70 US-Dollar pro Barrel überschritten hat. Dieser anhaltende Anstieg der vorgelagerten Kosten treibt die Produktionsuntergrenze für MEG weiter in die Höhe.
**2. Angebotsfaktoren:**
Die Auslastung der inländischen MEG-Anlagen liegt derzeit bei 60,66 %. Kürzlich wurde ein leichter Anstieg verzeichnet, der auf die Wiederinbetriebnahme mehrerer Wartungsanlagen zurückzuführen ist. Da zudem die Wiederaufnahme des Betriebs in weiteren Anlagen geplant ist, wird ein weiterer Anstieg des Branchenangebots in naher Zukunft erwartet, was die Marktstimmung weiterhin verhalten hält.
**3. Nachfragefaktoren:**
Die Nachfrage in nachgelagerten Branchen schwächt sich saisonbedingt weiter ab. Die Auslastung der Polyester- und Webereiindustrie ist auf 81,05 % bzw. 41,20 % gesunken. Angesichts des bevorstehenden Frühlingsfestes wird ein weiterer Rückgang der Produktionsaktivität in diesen wichtigen Abnehmerbranchen erwartet, was den Druck auf die Nachfrage nach MEG zusätzlich erhöht.
**Marktausblick**
Trotz schwacher Fundamentaldaten verleihen geopolitische Risiken dem Markt neue Aufwärtsdynamik. Der jüngste starke Anstieg der Rohölpreise über Nacht, bedingt durch die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten, hat die Kostenstützung für MEG deutlich verstärkt. Dies erhöht das Potenzial für kurzfristige Aufwärtsbewegungen am MEG-Markt.
Eine Marktstimmungsumfrage zeigt jedoch eine überwiegend vorsichtige Einschätzung. Rund 78 % der Marktteilnehmer erwarten, dass die Preise im heutigen Handel in einer schwachen Konsolidierungsphase verharren. Die Prognose deutet darauf hin, dass die Spotpreise um 3.880 RMB/Tonne liegen könnten, was einem potenziellen Anstieg von etwa 47,5 RMB/Tonne gegenüber dem Schlusskurs des Vortages entspricht. Der Markt dürfte sich auf ein Spannungsverhältnis zwischen anhaltender fundamentaler Schwäche und dem zunehmenden Einfluss kostengetriebener Faktoren einstellen.
Veröffentlichungsdatum: 30. Januar 2026